
Spurenelemente für unsere Pflanzen sind lebenswichtig, jedoch enthält der Boden oft nur zwischen 5 und 80 mg/kg Bor. Wussten Sie, dass der jährliche Bedarf an diesem essentiellen Nährstoff zwischen 50 und 500 Gramm pro Hektar liegt? Besonders problematisch wird die Situation bei alkalischen Böden mit einem pH-Wert über 7, wo die Bor-Verfügbarkeit stark eingeschränkt ist.
In der Spurenelemente Pflanzenernährung spielt Bor eine entscheidende Rolle. Es fördert die Zellteilung und das Pflanzenwachstum, stabilisiert Zellwände und Membranen und reguliert die RNA-Bildung sowie Eiweißsynthese. Ohne ausreichende Spurenelemente bei Pflanzen können schwerwiegende Mangelerscheinungen auftreten. Die ersten Anzeichen eines Bormangels zeigen sich stets an den jüngsten Blättern und Vegetationspunkten, da Bor in der Pflanze nicht umverteilt werden kann. Tatsächlich ist die Blüten- und Knospenausbildung unter Bormangel stark eingeschränkt und kann sogar zum Absterben von Wurzel- und Sprossspitzen führen.
In diesem Artikel erfahren wir, was Spurenelemente für Pflanzen genau sind, wie Borax als gezielter Dünger eingesetzt werden kann und welche Produkte die Borax EM Schweiz AG anbietet, um Bormangel sehr gezielt zu behandeln.
Funktionen von Bor und anderen Spurenelementen im Pflanzenstoffwechsel
Bor gehört zu den essenziellen Mikronährstoffen und beeinflusst zahlreiche biochemische Prozesse in der Pflanze. Seine Wirkung entfaltet sich auf verschiedenen Ebenen des pflanzlichen Stoffwechsels, vom Zellaufbau bis zur Energieversorgung.
Zellteilung und Zellwandstabilität durch Bor
Bor sorgt für eine geordnete Zellteilung und garantiert die korrekte Entwicklung neuer Organe in den Apikalmeristemen. Dadurch entwickeln sich Blätter, Wurzeln und Blüten später optimal. Tatsächlich fungiert Bor als „Kleber“ in der Zellwand, indem es Brücken mit komplexen Polysacchariden bildet. Diese Verbindungen regulieren Festigkeit, Elastizität und Dicke der Zellwände. Fehlt Bor, kann die Zellwand reißen, was das Wachstum hemmt. Außerdem verbessert Bor die Membranstabilität und erhöht die Resistenz gegenüber Pflanzenschädlingen.
Rolle von Bor im Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel
Im Kohlenhydratstoffwechsel aktiviert Bor die Saccharosebildung und den Abtransport der Assimilate in die Speicherorgane. Bei Mangel kommt es zur Anhäufung von Zuckern in den Blättern, besonders bei Rüben und Hackfrüchten. Zusätzlich reguliert Bor die RNA-Bildung und beeinflusst dadurch die gesamte Eiweißsynthese. Diese Wirkung verbessert nicht nur die Phosphataufnahme und Stickstoffverwertung, sondern fördert auch die Zucker- und Stärkebildung, wodurch die Frostresistenz der Pflanzen erhöht wird.
Spurenelemente bei Pflanzen: Definition und Beispiele
Spurenelemente, auch Mikronährstoffe genannt, sind lebenswichtige Mineralstoffe, deren Konzentrationen im Pflanzengewebe im Bereich von millionstel Gramm liegen. Zu ihnen zählen:
- Eisen (Fe)
- Zink (Zn)
- Kupfer (Cu)
- Mangan (Mn)
- Bor (B)
- Molybdän (Mo)
- Chlor (Cl)
Obwohl Pflanzen nur geringe Mengen dieser Elemente benötigen, spielen sie eine entscheidende Rolle bei verschiedenen physiologischen Prozessen. Ein Mangel kann zu gehemmtem Wachstum, Gelbfärbung der Blätter oder schlechter Entwicklung führen.
Unterschiede zwischen Makro- und Mikronährstoffen
Makronährstoffe umfassen die Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium, Schwefel und teilweise Eisen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Pflanzen von Makronährstoffen deutlich größere Mengen benötigen. Die sogenannten Kernelemente sind N, P und K, während Eisen aufgrund seines geringeren Bedarfs manchmal auch zu den Mikronährstoffen gezählt wird. Bei intensiver landwirtschaftlicher Nutzung werden diese Nährstoffe – mit Ausnahme von C, H und O, die als CO₂, H₂O und O₂ verfügbar sind – dem Boden entzogen und müssen regelmäßig durch Düngung zugeführt werden.
Bormangel erkennen und gezielt beheben
Die frühzeitige Erkennung von Bormangel ist für gesunde Pflanzen entscheidend. Wir betrachten daher zunächst die typischen Anzeichen, bevor wir zu den Lösungsansätzen kommen.
Typische Symptome an Blättern, Wurzeln und Früchten
Bormangel zeigt sich zuerst an den jüngsten Pflanzenteilen, da Bor in der Pflanze nicht umverteilt werden kann. Die charakteristischen Symptome umfassen verkrüppelte Blätter, absterbende Vegetationskegel und deformierte Früchte. An jungen Blättern tritt Chlorose auf; sie wachsen verdreht und verkümmern später. Besonders auffällig sind die verdickten Blattspreiten mit unsymmetrischen Verformungen. Im Wurzelbereich erkennen wir verkürzte, braune Wurzeln mit deutlich reduziertem Wachstum. Bei fortschreitendem Mangel färben sich ältere Blätter rötlich bis rot-violett.https://www.nutrinet.agrarpraxisforschung.de/naehrstoffmanagement/naehrstoffe/bor-b
Besonders gefährdete Kulturen: Raps, Tomaten, Zuckerrüben
Einige Kulturen reagieren außerordentlich empfindlich auf Bormangel. Hackfrüchte wie Rüben und Kartoffeln, Ölpflanzen wie Raps sowie diverse Gemüsesorten benötigen besonders viel Bor. Bei Zuckerrüben zeigt sich die sogenannte „Herz- und Trockenfäule“ – der Vegetationskegel stirbt ab, die Herzblätter verfärben sich schwarz, und der Rübenkörper beginnt zu faulen. Raps entwickelt bei Mangel verkürzte Internodien, was zu einem gestauchten Erscheinungsbild führt, während in Stängeln und Strünken Risse und hohle Stellen auftreten.

Einfluss von Trockenheit und pH-Wert auf Borverfügbarkeit
Trockenheit beeinträchtigt die Boraufnahme erheblich, da der Nährstoff hauptsächlich über den Saftstrom aufgenommen wird. In Böden mit hohem pH-Wert (über 7) wird Bor zudem an Eisen-, Aluminium- und Tonmineralen festgelegt, wodurch die Verfügbarkeit sinkt. Unter sauren Bedingungen (pH unter 5,5) liegt Bor dagegen vermehrt als mobile Borsäure vor, was zu Auswaschungsverlusten führen kann. Der ideale pH-Bereich für optimale Borverfügbarkeit liegt zwischen 5 und 7.
Boraufnahme bei Leguminosen und Knöllchenbildung
Für Leguminosen spielt Bor eine zusätzliche, entscheidende Rolle bei der Knöllchenbildung. Der Borgehalt in den Knöllchen ist vier- bis fünfmal höher als in den Wurzeln. Bei Mangel wird die Knöllchenbildung reduziert, und die Besiedelung durch Rhizobien bleibt aus, was direkt die Stickstoff-Fixierleistung vermindert. Für eine optimale Knöllchenentwicklung sollte daher auf eine kontinuierliche Borversorgung geachtet werden.
Borax als gezielter Dünger: Wirkung, Dosierung und Anwendung
Borax stellt für Landwirte und Gärtner eine wirksame Lösung gegen Bormangel dar. Als gezielter Dünger unterstützt er die optimale Versorgung der Pflanzen mit diesem wichtigen Spurenelement.
Borax EM Schweiz AG: Produktprofil und Zusammensetzung
Das Produkt der Borax EM Schweiz AG enthält 17% Bor in Form von Dinatriumtetraboratdecahydrat. Durch seine ausgezeichnete Wasserlöslichkeit werden die Nährstoffe schnell pflanzenverfügbar. Der Dünger eignet sich besonders zur gezielten Behandlung von nachgewiesenen Mangelsituationen. Wichtig zu beachten ist, dass Borax ausschließlich bei tatsächlichem Borbedarf eingesetzt werden sollte.
Dosierungsempfehlungen für Gemüse, Obst und Ackerbau
Die Aufwandmengen variieren je nach Kulturart:
- Gemüsebau (Sellerie, Randen, Blumenkohl): 5–10 kg/ha
- Feldbau (Rüben): 10–15 kg/ha
- Obstbau: bis 10 kg/ha
- Zierpflanzen: 70–140 g/Are
Grundsätzlich gilt: Die empfohlenen Mengen sollten nicht überschritten werden, da Bor das einzige Spurenelement ist, bei dem die richtige Dosierung entscheidend ist.
Blattdüngung vs. Bodendüngung: Vor- und Nachteile
Die Blattdüngung wirkt deutlich schneller als die Bodendüngung, da die Nährstoffe direkt am Bedarfsort sind. Zudem ist sie effizienter, weil keine Auswaschung oder Festlegung stattfindet. Allerdings kann pro Anwendung nur eine begrenzte Menge verabreicht werden, weshalb mehrere Behandlungen nötig sind. Bei Böden mit pH-Werten über 7 empfiehlt sich grundsätzlich die Blattdüngung.
Borax in Gülle einmischen: Anwendungshinweise
Eine praktische Methode ist das Einmischen von Borax in Gülle bei Vegetationsbeginn. Hierbei gelten folgende Empfehlungen:
- 200 g/m³ Gülle bei einmaligem Einsatz im Jahr
- 50 g/m³ Gülle bei mehrmaligem Einsatz
Diese Anwendung ist besonders für die biologische Landwirtschaft geeignet, da das Produkt in entsprechenden Listen zugelassen ist.
Risiken bei Überdosierung: Symptome und Gegenmaßnahmen
Bei Überdosierung können Pflanzenschäden auftreten. Typische Symptome sind eine starke Hemmung des Wachstums, gewölbte Blätter sowie gelbliche Blattspitzen, die später absterben. Bei Überschuss rollen sich die Blätter ähnlich wie bei Kalimangel ein, und das gelbliche Laub wird von unten her abgeworfen. Daher ist eine regelmäßige Prüfung des Borgehalts im Boden essentiell.
Bodenanalyse und Spurenelementversorgung optimieren
Eine professionelle Bodenanalyse bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Spurenelementversorgung bei Pflanzen. Nur mit exakten Messdaten lässt sich die Düngung zielgerichtet optimieren.
pH-Wert messen und interpretieren
Der Boden-pH beeinflusst direkt die Verfügbarkeit von Spurenelementen. Für die Messung eignen sich Teststreifen (schnell, aber ungenau) oder Laboranalysen (präzise). Die Einteilung erfolgt in:
- Stark sauer: pH 3,5-5,0
- Mäßig sauer: pH 5,0-6,5
- Neutral: pH 6,5-7,5
- Schwach basisch: pH 7,5-8,5
Bei pH-Werten über 7 wird Bor an Tonmineralen festgelegt und steht den Pflanzen kaum zur Verfügung.
Bor-Gehalt im Boden bestimmen (mg/kg)
Obwohl der Gesamtborgehalt im Boden zwischen 7-80 mg/L schwankt, sind davon nur 0,1-3 mg/L pflanzenverfügbar. Bodenproben sollten aus 5-10 cm Tiefe an mehreren Stellen entnommen werden.
Einfluss von Kalium- und Stickstoffüberschuss auf Boraufnahme
Kaliumüberschuss blockiert die Boraufnahme, während hohe Stickstoffgaben den Borverbrauch steigern. Dadurch wird das Pflanzenwachstum forciert und der Borvorrat schneller aufgebraucht.
Empfohlene Borwerte für verschiedene Bodentypen
Der Mindestborgehalt sollte 0,8 ppm betragen, ideal sind 1,5 ppm. Ab 2,0 ppm spricht man von Überschuss. Erfahrungsgemäß liegt der Wert in den meisten Böden jedoch zwischen 0,4-0,6 ppm. Zum Anheben des Borgehalts um 0,1 ppm werden etwa 1,1 kg/ha reines Bor benötigt.
Schlussfolgerung
Die Bedeutung von Spurenelementen, insbesondere Bor, für gesundes Pflanzenwachstum kann kaum überschätzt werden. Durch unsere Betrachtung wurde deutlich, dass Bor zahlreiche lebenswichtige Funktionen im pflanzlichen Stoffwechsel übernimmt – von der Zellteilung bis zur Stabilisierung der Zellwände. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass Bormangel schnell zu erheblichen Wachstumseinschränkungen führt, besonders bei anfälligen Kulturen wie Raps, Tomaten und Zuckerrüben.
Tatsächlich spielen Umweltfaktoren wie der pH-Wert des Bodens und Trockenheit eine entscheidende Rolle bei der Bor-Verfügbarkeit. Daher müssen wir bei der Spurenelementversorgung diese Faktoren unbedingt berücksichtigen. Besonders alkalische Böden mit pH-Werten über 7 erfordern spezielle Aufmerksamkeit, da hier die Bor-Aufnahme stark eingeschränkt ist.
Borax als gezielter Dünger bietet eine wirksame Lösung für nachgewiesenen Bormangel. Die richtige Dosierung ist hierbei allerdings entscheidend, denn sowohl Mangel als auch Überschuss führen zu Wachstumsproblemen. Eine professionelle Bodenanalyse sollte deshalb stets die Grundlage für jede Bor-Düngung bilden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine ausgewogene Spurenelementversorgung das Fundament für gesunde, widerstandsfähige Pflanzen darstellt. Wer die spezifischen Bedürfnisse seiner Kulturen kennt und die Bodeneigenschaften regelmäßig überprüft, kann durch gezielte Bor-Düngung beachtliche Ertragsverbesserungen erzielen. Die Wissenschaft bestätigt eindeutig: Das richtige Gleichgewicht der Spurenelemente – allen voran Bor – führt letztendlich zu kräftigeren Pflanzen, höheren Erträgen und besserer Qualität der Ernteprodukte.
FAQs
Q1. Wie wirkt sich Bor auf das Pflanzenwachstum aus? Bor ist ein essentielles Spurenelement für Pflanzen. Es fördert die Zellteilung, stabilisiert Zellwände und reguliert wichtige Stoffwechselprozesse. Bei ausreichender Versorgung verbessert Bor das Wachstum von Wurzeln, Blättern und Früchten.
Q2. Woran erkennt man einen Bormangel bei Pflanzen? Typische Symptome eines Bormangels sind verkrüppelte junge Blätter, absterbende Vegetationskegel und deformierte Früchte. Auch verkürztes Wurzelwachstum und Verfärbungen der Blätter können auftreten. Besonders anfällig sind Kulturen wie Raps, Tomaten und Zuckerrüben.
Q3. Kann man Borax als Dünger verwenden? Ja, Borax kann als gezielter Dünger bei nachgewiesenem Bormangel eingesetzt werden. Die richtige Dosierung ist dabei entscheidend, da sowohl Mangel als auch Überschuss problematisch sein können. Eine Bodenanalyse sollte vor der Anwendung durchgeführt werden.
Q4. Welche Faktoren beeinflussen die Borverfügbarkeit im Boden? Der pH-Wert des Bodens und die Bodenfeuchtigkeit spielen eine wichtige Rolle. In alkalischen Böden (pH > 7) ist Bor weniger verfügbar. Auch Trockenheit kann die Boraufnahme beeinträchtigen. Zudem können hohe Kalium- oder Stickstoffgehalte die Borversorgung der Pflanzen beeinflussen.
Q5. Wie kann man die Spurenelementversorgung von Pflanzen optimieren? Eine regelmäßige Bodenanalyse ist der Schlüssel zur optimalen Spurenelementversorgung. Dabei sollten pH-Wert und Nährstoffgehalte überprüft werden. Bei Bedarf kann eine gezielte Düngung, z.B. mit Borax, erfolgen. Die Berücksichtigung von Bodentyp und angebauten Kulturen ist ebenfalls wichtig für eine ausgewogene Versorgung.





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